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Das Schloss von Porcìa und seine Kellerei

Die Schönheit und Einzigartigkeit des Schlosses von Porcía und Brugnera und seiner Kellerei liegt in der Besonderheit der im Laufe der Jahrhunderte stattgefundenen architektonischen Entwicklung, die untrennbar mit den politischen und kulturellen Ereignissen der friaulischen Geschichte verbunden war.

Im Herzen der Ortschaft Porcìa liegen die Mauern des stattlichen und vielschichtigen Schlosses, das aus einem Mittelturm besteht, der einst auf den Überresten eines römischen Castrums erbaut und nachfolgend im 14. Jahrhundert von einem Erdbeben zerstört wurde. Des Weiteren kann ein Gebäudeflügel aus der Renaissance und ein Palazzo im venezianischen Stil bewundert werden. Die Lage des Schlosses spiegelt seine ursprüngliche militärische Verteidigungsfunktion wider: Es blickt direkt auf die Berge, von wo aus die gefürchteten barbarischen Horden in das Gebiet einfielen, und stellt sich „schützend“ vor einen prächtigen Dom im neugotischen Stil. Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Schloss der ständige Wohnsitz der Adelsfamilie Porcía und Brugnera, die dieses Gebiet für mehr als acht Jahrhunderte regierte und gekrönten Häuptern wie Kaiser Karl V. und Kaiser Heinrich III. von Habsburg ihre Gastfreundschaft gewährten. Laut den geschichtlichen Aufzeichnungen jener Zeit rühmten die illustren Gäste das gute Essen, den vorzüglichen Wein und den herzlichen Empfang.

Eine Anekdote (wiedergegeben vom Chronisten Roberto di Spilimbergo) beschreibt den Durchzug von Kaiser Karl V in Friaul im Jahr 1532: „Er ritt auf einem weißen türkischen Pferd, geschunden und nicht sehr groß, das eine nicht sehr ausladende Schabracke aus Samt ohne jeglichen Gold- und Silberschmuck trug, und dieses Pferd gehörte dem Grafen Antonio di Porcía: Er kam ohne jeglichen Pomp, ohne Musik und Gesang. Er aß nur, und er aß mit großer Schnelligkeit, er berührte die Speisen mit den Händen und steckte sie in den Mund, und wenn ihm etwas nicht gut erschien, ließ er gleich die Hände davon (….) er aß viel: bei Tisch ließ er sich nichts weiter als das Brot schneiden (….) ohne Gabel aß er … Er befand sich im Alter von 32 Jahren”. …………

Ab dem 15. Jahrhundert nahm die Familie Porcía eine bedeutende Stellung in der Republik Venedig ein und hatte in Folge wichtige politische und militärische Ämter inne, wobei sich besonders Graf Silvio di Porcía e Brugnera auszeichnete, der auf heroische Weise als Hauptmann an der entscheidenden Seeschlacht von Lepanto zwischen den christlichen Großmächten der Heiligen Liga und dem Osmanischen Reich teilnahm.

Neben dem Dom erhebt sich der Glockenturm, der nicht über eine Treppe, sondern eine außergewöhnliche schräge Rampe zugänglich ist. In vergangenen Zeiten wurde diese von den Rittern in einer Art von steilem und wagemutigem Palio von Siena bezwungen, während hier heute Mitte August die traditionelle und volkstümliche „gara dei mussi“ (das Eselrennen) stattfindet.

Bei einem Blick über die Schlossmauern stößt man auf das Quellgebiet und den Rio Buion: eine ungeheuer wichtige Wasserbezugsquelle inmitten einer üppigen grünen Landschaft, deren smaragdgrünes, glasklares und konstant 12° C kühles Wasser einen reichen Bestand an Forellen aufweist. Das Wasserkraftwerk garantiert die Erzeugung umweltfreundlicher Energie für die Schlosskellerei und die zugehörigen Gebäude. Die Kellerei des Schlosses in Porcìa mit ihren alten Fässern aus slawonischer Eiche und den beeindruckenden Bottichen stellt heue ein wichtiges Zeugnis für die antike Weinbautradition der Familie dar und wird regelmäßig von Weinliebhabern und Touristen besucht.